Die Deutsche Bahn plant auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Hamburg-Wandsbek eine neue Abstellanlage für Fern- und Regionalzüge. Nach Angaben des Hamburger Senats sollen dort drei Abstellgleise sowie zwei weitere Gleise für die dauerhafte Baulogistik entstehen. Die Inbetriebnahme ist nach dem derzeitigen Planungsstand zum Fahrplanwechsel im Dezember 2032 vorgesehen.
Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Schriftliche Kleine Anfrage des Bürgerschaftsabgeordneten Ole Thorben Buschhüter (SPD) hervor. Das Projekt befindet sich derzeit in der Entwurfsplanung, der sogenannten Leistungsphase 3 nach HOAI. Der Übergang zur Genehmigungsplanung hängt nach Angaben der Deutschen Bahn von der Haushaltslage des Bundes ab. Finanziert werden soll das Vorhaben als Bedarfsplanprojekt aus Bundesmitteln.
Gebaut werden kann die Anlage erst, wenn die erforderliche eisenbahnrechtliche Genehmigung nach § 18 Allgemeines Eisenbahngesetz vorliegt.
Platz für ICE L und Regionalzüge
Vorgesehen sind drei Abstellgleise mit beträchtlichen Nutzlängen. Gleis 5 soll 613 Meter lang werden und Platz für zwei ICE-L-Züge bieten. Gleis 8 ist mit einer Nutzlänge von 544 Metern für einen ICE L und zwei Regionalzüge vorgesehen. Auf dem 502 Meter langen Gleis 9 sollen bis zu vier Regionalzüge abgestellt werden können.
Damit spielt die neue Anlage auch für den künftigen Fernverkehr zwischen Hamburg und Dänemark eine Rolle. Nach Angaben der Deutschen Bahn sollen dort ICE-L-Züge behandelt werden können, die aus Richtung Dänemark kommend in Hamburg Hauptbahnhof enden.
Unter „Behandlung“ versteht die Bahn in diesem Zusammenhang mehr als nur das Abstellen der Züge. Vorgesehen sind die Innenreinigung, die Entsorgung von Schmutzwasser und die Versorgung mit Trinkwasser. Außerdem sollen die Gleise unter anderem mit Oberleitung, Beleuchtung, mobilen Einstiegsstufen sowie Einrichtungen zur Wasser- und Stromversorgung ausgestattet werden.
Entlastung für den Hamburger Hauptbahnhof
Die neue Anlage soll zugleich komplizierte Rangierfahrten im Bereich des Hamburger Hauptbahnhofs vermeiden. Regionalzüge auf den Verbindungen Hamburg–Lübeck sowie Hamburg–Büchen–Schwerin–Rostock müssen bislang beziehungsweise nach bisheriger Planung aus den Hauptbahnhofsgleisen 5 bis 7 über weitere Gleise umgesetzt werden, um die Abstellanlage am Högerdamm zu erreichen.
Mit der Abstellanlage in Wandsbek sollen diese Fahrten künftig entfallen. Das ist auch deshalb von Bedeutung, weil das heutige Gleis 10 im Hamburger Hauptbahnhof zurückgebaut werden soll. Dadurch soll am Gleis 9 Platz für einen zusätzlichen Bahnsteig geschaffen werden.
Zwei Gleise für die Baulogistik
Neben den drei Abstellgleisen sind zwei weitere Gleise mit den Nummern 11 und 12 für die dauerhafte Baulogistik vorgesehen. Dort soll Baumaterial zwischen Straße und Schiene umgeschlagen werden können. Gleis 12 erhält nach den Planungen eine Kopframpe.
Die Deutsche Bahn geht gegenwärtig von einer Inbetriebnahme der gesamten Anlage zum Fahrplanwechsel im Dezember 2032 aus. Der Termin steht allerdings noch unter dem Vorbehalt des weiteren Planungs- und Genehmigungsverfahrens sowie der Bereitstellung der erforderlichen Bundesmittel.
Bildquelle: Trassenfinder – Abstellanlage Hamburg-Wandsbek (AWN)

