Der Berner Bote beschäftigt sich im Oktober 1976 mit dem bevorstehenden Bundestagswahlkampf. Aus der Bezirksversammlung berichtet Klaus Lorenzen über aktuelle Themen aus Berne.
Aus der Bezirksversammlung
Liebe Berner Mitbürger, für die meisten von uns ist die Urlaubszeit beendet. Auch in der Kommunalpolitik hat es eine Sommerpause gegeben. Wir haben neue Kraft geschöpft, um die vor uns liegenden Aufgaben bewältigen zu können. Es gibt auch in unserem Berner Bereich eine Fülle von Initiativen und Anregungen, die durch die zuständigen Ausschüsse beraten und einer Entscheidung zugeführt werden.
Walter Tennigkeit im Kerngebietsausschuß
Ich habe seit dem Ausscheiden von Günther Meier eine Zeitlang sowohl das Mandat im Kerngebietsausschuß als auch die Arbeit als Bezirksabgeordneter wahrgenommen. Seit Mai 1976 hat Walter Tennigkeit mich im Kerngebietsausschuß abgelöst. Er wird dort die kommunalen Probleme wie straßenbehördliche Anordnungen, Straßenbaumaßnahmen, Verkehrsplanungen u. a. mehr für die Berner Bevölkerung vertreten. Herr Tennigkeit wohnt in Hamburg-Berne, Moschlauer Kamp 24 und ist unter der Telefonnummer (…) zu erreichen. Ich werde weiterhin als Bezirksabgeordneter im Stadtplanungs-, Wirtschafts- und Verkehrs-, Schul- und Umweltausschuß der Bezirksversammlung für Sie tätig sein. Es erleichtert unsere Arbeit sehr, wenn Sie wie bisher unsere Aufgaben durch Anregungen und Hinweise unterstützen.
Regulierung des Deepenhorngrabens
Eine weitere Verbesserung ist die Regulierung des Deepenhorngrabens, die damit zusammenhängende Entschlammung der Teiche, die Neuschaffung eines weiteren Stauteiches und die Herstellung einer Flutmulde. Dadurch werden Überschwemmungen bei starken Regenfällen vermieden und das häßliche Plastikrohr verschwindet. Die Arbeiten sollen so schonend wie möglich durchgeführt werden und es wird Rücksicht auf den dort vorhandenen Baumbestand genommen. Die Arbeiten werden im letzten Quartal dieses Jahres beginnen und in das Jahr 1977 hineingehen. Zur Verdeutlichung des Vorhabens dient die Skizze.
Feuerwache Berne
Das vor uns liegende halbe Jahr wird uns in Berne einige Verbesserungen bringen. Die dringend notwendige Erweiterung der Berner Feuerwache wird im Oktober 1976 begonnen. Die SPD-Fraktion hatte sich sehr um diese Maßnahme bemüht und erreicht, daß 96 000 DM aus Sondermitteln des Bezirksamtes für diese Bauarbeiten zur Verfügung gestellt wurden.
Wochenmarkt in Berne?
Eine Anregung möchte ich heute zur Diskussion stellen. Wie beurteilen Sie die Schaffung eines Wochenmarktes in Berne? Ich möchte Sie bitten, mir Ihre Meinung möglichst schriftlich oder auch telefonisch mitzuteilen. Vielleicht fällt Ihnen ein geeigneter Standort ein. Die Herrichtung einer Wochenmarktfläche kostet Geld, es müssen Untersuchungen durchgeführt werden, ob die Marktbeschicker eine wirtschaftliche Grundlage finden, und es sind Entfernungen zu den bereits bestehenden Wochenmärkten zu berücksichtigen. Eine schnelle Realisierung ist daher nicht möglich. Es kommt jedoch entscheidend auf Ihre Mithilfe an, und darum möchte ich Sie bitten.
Zum Schluß ein Wort zur bevorstehenden Bundestagswahl. Prüfen Sie sorgfältig die Programme und Aussagen der Parteien. Sie werden feststellen, daß es keinen Grund gibt, Helmut Schmidt und seine Mannschaft nicht wiederzuwählen.
Also mit beiden Stimmen SPD wählen!
Ihr Bezirksabgeordneter für Berne Klaus Lorenzen Lange Koppel 8, 2000 Hamburg 72 Telefon: (…)
Richtfest für Hamburger Werkstatt für Behinderte
Am 5. Dezember 1974 gründeten das Berufsförderungswerk Hamburg GmbH, der Landesverband der Arbeiterwohlfahrt Hamburg, die Sonderstiftung für Schwerbeschädigte und der Verein für Behindertenhilfe e. V. die gemeinnützige Gesellschaft „Hamburger Werkstatt für Behinderte GmbH“. In Hamburg-Berne am Meiendorfer Mühlenweg, beim Farenland, legte die Gesellschaft am 23. September 1975 den Grundstein für einen Werkstattneubau, in dem künftig sechshundert körperlich, geistig und/oder psychisch behinderte Menschen arbeiten sollen. Jetzt wurde das Richtfest gefeiert. Bis zum Dezember 1976 wird der Hauptbau mit den Produktionsräumen fertiggestellt sein, der zweite kleinere Bauabschnitt für die Therapieräume und die Verwaltung im Juli 1977. Ab 1. Januar d. J. hat die Gesellschaft die bisher als Teil des Berufsförderungswerkes Hamburg bestehende Werkstatt in eigene Regie übernommen. Auf dem Gelände in Hamburg-Farmsen, August-Krogmann-Straße, arbeiten zur Zeit vierhundert Behinderte, weitere vierundzwanzig psychisch Behinderte in einer Dependance in Hamburg-Eimsbüttel. Der Werkstattneubau wird rd. 27 Millionen DM kosten, hinzu kommen ca. 1,6 Millionen DM für die Einrichtung. Für die Vorplanungsphase wurde rd. ein Jahr benötigt – (Lukka dabei wurde besonders darauf Wert gelegt, daß die künftigen Benutzer ihre Erfahrungen und Vorstellungen mit einbringen konnten: Beteiligung und nicht „Beplanung“ der Betroffenen. Dieses Verfahren bot sich allein schon deswegen an, weil davon ausgegangen werden darf, daß Behinderte und Mitarbeiter einer bereits in Betrieb befindlichen Werkstatt durch ihre täglichen Erfahrungen einen Fundus mit in die Planung einbringen können, über den die „übliche Planungsebene“ – Architekten, Vorsitzende, Geschäftsführer und Geldgeber – nie verfügen werden.


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