Die Freie und Hansestadt Hamburg hat die Werberechte im öffentlichen Raum erfolgreich neu vergeben.
Die neuen, umfangreich abgestimmten Werbekonzepte setzen verstärkt auf stadtbildgestalterische, ökologische und soziale Belange und gelten bis Ende 2041. Zudem sichern sie der Stadt notwendige Einnahmen und verbessern die Bedingungen im öffentlichen Nahverkehr.
So wird es 400 zusätzliche Fahrgastunterstände geben, von denen 100 begrünt werden. Zudem erhalten die Sitzgelegenheiten Armlehnen, die das Aufstehen erleichtern sollen. Die geplante Digitalisierung der neuen Werbeanlagen erfolgt maßvoll und führt zu einer Reduzierung der Gesamtzahl der Werbeanlagen. Zusätzliche digitale Werbeanlagen dürfen nämlich nur errichtet werden, wenn dafür analoge Anlagen im Verhältnis 1:1,5 abgebaut werden, d.h. für 15 analoge Werbeanlagen dürfen nur 10 neue digitale errichtet werden.
Nach bisheriger Planung könnten so – abhängig von der Genehmigungslage in den einzelnen Bezirken – bis zu 170 Anlagen wegfallen. Auf Hamburger Gebiet gibt es aktuell rund 2.250 Fahrgastunterstände. In den Werbeverträgen wurde vereinbart, dass die Werbefirmen mindestens 400 neue Fahrgastunterstände bauen, die Schutz vor Wind und Wetter bieten. Alle neuen Unterstände sind barrierefrei und mit altersgerechten Sitzmöbeln mit Rückenlehnen und Armstützen ausgestattet – das macht das Warten auf Bus und Bahn für alle angenehmer.
Die ca. 2.250 Fahrgastunterstände der Stadt wurden von dem renommierten Architekten Sir Norman Foster und André Poitiers entwickelt und von den Werbeunternehmen aufgestellt. Sie wurden laufend in Ordnung gehalten, so dass sie sich in einem guten Zustand befinden. Daher muss der Bestand nicht zurückgebaut werden, sondern kann in der neuen Vertragslaufzeit weiter betrieben werden. Zusätzlich zu den bereits vorhandenen 7 Fahrgastunterständen mit Gründach werden mindestens 100 der neuen Unterstände ebenfalls ein Gründach erhalten, welches jeweils das Stadtklima verbessert und Lebensraum für Pflanzen und Tiere schafft. Vogelschutzmarkierungen an allen neuen Anlagen tragen ebenfalls dazu bei, die Artenvielfalt zu unterstützen.
Bestehende Anlagen können leider aufgrund von statischen Erfordernissen nicht mit einem zusätzlichen Gründach ausgerüstet werden. Die Zahl der Werbeanlagen wird insgesamt reduziert. Digitale Werbeanlagen werden nur maßvoll eingesetzt und unterliegen strengen Regeln: Sie schalten sich nachts ab, leuchten weniger intensiv (zum Schutz von Insekten) und zeigen keine grellen oder ablenkenden Effekte. Die Eigenwerbekontingente der Stadt bezogen sich bislang nicht auf die digitalen Werbeflächen, sondern nur auf die analogen. Dies wurde in den neuen Verträgen geändert, so dass die Stadt insgesamt mehr Möglichkeiten für Eigenwerbung in Anspruch nehmen kann z. B. für die öffentlichen Unternehmen oder für Personalwerbung.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Kultur und Gemeinwohl: Die Eigenwerbekontingente können auch für die von der Stadt geförderten Kulturveranstaltungen eingesetzt werden. Zudem profitieren Kulturwerbetreibende weiterhin von hohen Rabatten von bis zu 90 Prozent auf den entsprechenden Werbeträgern. Auf den digitalen Werbeanlagen werden auch künftig zuverlässig amtliche Warn- und Gefahrenhinweise ausgespielt, um die Bevölkerung umfassend und zeitnah zu informieren.
Zusätzlich werden auf Anlagen, die sich in Sichtbeziehung zu Denkmälern befinden, gezielt und regelmäßig Informationen zu den jeweiligen Denkmälern angezeigt. Damit wird sichergestellt, dass sowohl sicherheitsrelevante als auch denkmalbezogene Informationen für alle Bürgerinnen und Bürger jederzeit zugänglich sind.
Die Stadt achtet zudem darauf, dass Werbeinhalte den Leitlinien des Deutschen Werberates entsprechen und keine diskriminierenden, jugendgefährdenden oder extremistischen Botschaften verbreitet werden. Trotz der schwierigen Marktlage bleiben die Einnahmen aus der Werbung auf hohem Niveau. Die Höhe der Einnahmen ist umsatzabhängig und beträgt schätzungsweise ca. 30 Mio. € jährlich. Diese Gelder fließen direkt in städtische Projekte und die Verbesserung der Infrastruktur – davon profitieren alle Hamburgerinnen und Hamburger.
Lars Pochnicht

