Auch in Sasel wird erfreulicherweise die Ladeinfrastruktur für E-Mobilität weiter ausgebaut. Für einen der dort vorgesehen Standorte hat die Wandsbek-Koalition in der zurückliegenden Bezirksversamlung allerdings einen Prüfauftrag erteilt:
Ist der gewählte Standort vor Nahversorger-Geschäften im Bereich Sasel-Markt wirklich gutgewählt?IndiesemBereichkonkurriert der Bedarf nach mehr Ladepunkten mit dem Bedarf der Geschäfte, für Laufkundschaft frei nutzbaren Stellplatz bereitzuhalten.
Aus der Nachbarschaft sowie von Gewerbetreibenden wurden entsprechend Bedenken geäußert hinsichtlich des Wegfalls von Kurzzeitparkmöglichkeiten für Kundinnen und Kunden. Die Wandsbek-Koalition sieht funktionierende Nahversorgung als einen bedeutenden Faktor für lebendige Ortszentren an – gleichzeitig aber auch den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur für eine zukunftsfähige Mobilität in Hamburg.
Im Einzelfall, wie aktuell in Sasel, kann es bei einer wachsenden Anzahl an Ladepunkten zu Flächenkonkurrenz mit den örtlichen Nahversorger-Angeboten kommen. Die Verwaltung wird seitens der Wandsbek-Koalition gemäß Antrag um Prüfung gebeten, ob die beiden besonders im Blick stehenden Ladepunkte in Sasel vor Hausnummer 10-12 und Hausnummer 19 an der Adresse Saseler Markt an einen neuen Standort verlegt werden können. Derzeit sind die genannten E-Ladesäulen bereits errichtet – aber noch nicht durch entsprechende Beschilderung als Ladepunkte „aktiviert“: Noch gilt hier das bisherige freie Parken in einem Zeitfenster von zwei Stunden. Verbunden ist mit dem Prüfauftrag der Wandsbek-Koalition ist der generelle Wunsch, geeignete Standorte für den Ausbau von Ladeinfrastruktur zu finden und gleichzeitig die Erreichbarkeit von Einzelhandelsbetrieben in den Ortszentren möglichst wenig zu beeinträchtigen.
Birgit Wolff, Vorsitzende der FDP-Fraktion Wandsbek: „Flächenkonkurrenz gibt es in unserem Bezirk in immer mehr Bereichen: Mal geht es um den Erhalt von Grünflächen gegenüber Bebauungsüberlegungen, mal wie in diesem Fall um den Erhalt eines florierenden lokalen Stadtteil-Zentrums gegenüber dem notwendigen Ausbau von E-Ladepunkten. Wir begrüßen die wachsenden Ladeangebote insbesondere in Wohnvierteln, die für die Nutzer von E-Mobilität mehr Bequemlichkeit bieten als längere Wege zum Ladepunkt – auch, weil uns auch die lokale Wirtschaft und ihr Bedarf nach einfacher Erreichbarkeit für Kundinnen und Kunden am Herzen liegt. Online-Shopping darf nicht die Lösung werden, nur weil man im gewohnten Einkaufsgebiet keinen Parkplatz mehr findet.“
André Schneider, SPD-Fraktion Wandsbek und Wahlkreisabgeordneter: „Der Ausbau notwendiger Lade-Infrastruktur und die Attraktivitätssteigerung von Stadtteilzentren wie dem Saseler Markt müssen kein Widerspruch sein. Gerade nach erfolgtem Umbau des Saseler Marktes muss auch im dortigen Umfeld die Versorgung mit E-Ladesäulen verbessert werden. Es gibt dort öffentlichen Parkraum, der nicht direkt vor den Einzelhandelsgeschäften gelegen ist, und für dieses Angebot wesentlich konfliktfreier genutzt werden kann.“
Justin Orbán, Fraktionsvorsitzender der Grünen-Fraktion: DerAusbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur ist ein wichtiger Bestandteil der Antriebswende und damit auch essenziell für das Erreichen unserer Ziele im Klimaschutz. Deshalb begrüßen wir den Ausbau öffentlich zugänglicher E-Ladesäulen im BezirkWandsbek ausdrücklich. Die Auswahl der Standorte muss jedoch unter Berücksichtigung lokaler und gewerblicher Interessen stattfinden. Nur so erreichen wir große Akzeptanz für die notwendigen Veränderungen in unserer Stadt.

